Jahrelang war André Siegenthaler übergewichtig. Dank eBalance hat er sich im letzten Jahr vom Süssigkeiten-Junkie zum Leistungssportler gewandelt. In seine alten Hosen in Übergrösse will er nie mehr passen.
André Siegenthalers Geschichte scheint beinahe unglaublich. Während der Informatiker aus Dübendorf lange Zeit ein Schwergewicht mit T-Shirtgrösse XXXL war, hat er heute nicht nur 30 Kilos weniger auf den Rippen, sondern muss sogar zu Spezialmassnahmen greifen, um auf die für ihn ideale Kalorienzahl zu kommen. Wie das geht? Er hat sein Leben innerhalb eines Jahres konsequent umgekrempelt. Zwar war er schon immer sportlich, doch der 1,93-Meter-Mann war auch ein Süssigkeiten-Junkie. «Stets versuchte ich mir Regeln aufzustellen, um weniger Süsses zu essen, die natürlich allesamt nicht klappten. Wenn ich mir heute überlege, wie viele Kalorien eine Riesentüte M&Ms hat, die ich früher nebenbei verdrückte, wundere ich mich kaum, dass ich übergewichtig war.»
Seit er vor rund einem Jahr Mitglied bei eBalance wurde, isst er zwar noch immer mit Leidenschaft sein Schoggizöpfli am Sonntagmorgen. Doch die Menge der süssen Sünden hat er reduziert und gleichzeitig die Qualität der Esswaren verbessert. Damit ist auch der Genuss grösser geworden. «Mir ist aufgefallen, dass mit der Umstellung auf fettarme Nahrung und mit einer ausgeglichene Zufuhr von Kohlenhydraten und Protein auch der Heisshunger auf Süsses verschwunden ist,» stellt er fest.
Kurz nach der Ernährungsumstellung fand er auch eine neue Herausforderung für sein gesamtes Leben: Sigenthaler begann Leistungssport im Bereich Leichtathletik zu betreiben. Diese intensive körperliche Betätigung fordert von ihm fünf harte Trainingseinheiten pro Woche, nach denen er zuhause nur noch kaputt aufs Sofa fällt und keinen Finger mehr krümmen mag. «Das ist hart, tut aber unglaublich gut.» Die extreme sportliche Betätigung hat in André Siegenthalers Fall viel zum Gewichtsverlust beigetragen. Dennoch ist er überzeugt, dass bereits die kleine Geste – eine Station früher aussteigen und zu Fuss nach Hause gehen – viel hilft, wenn man abnehmen will. «Wenn ich in den eBalance-Foren lese, mit welchen Problemen sich die Leute abkämpfen, habe ich oft den Verdacht, dass sie zu viel von sich fordern. Wer gleich mit einem Hardcore-Fitnessprogramm einsteigt, wird bald frustriert und übermüdet aufhören. Und wer in zwei Monaten zur perfekten Bikinifigur kommen will, wird auch enttäuscht.» Langfristige Ziele stehen für ihn im Vordergrund. Deshalb gerät er auch nicht in Panik darüber, dass er noch immer ein kleines Bäuchlein hat. «Die meisten Leistungssportler wiegen eigentlich zu viel, da Muskelmasse bekanntlich schwerer ist als Fett.» Zudem wird viel Energie gebraucht, um die nötige körperliche Leistung zu bringen. Deshalb ärgert sich Siegenthaler über einfache Berechnungen wie den BMI. «Wenn jemand extrem trainiert und viel Muskelmasse zulegt, hat er automatisch einen zu hohen BMI, aber vielleicht kein Gramm Fett,» erklärt er. Um seinen Energiebedarf zu sichern, isst er viel Pasta und manchmal auch einen Energieriegel zwischendurch – sonst käme er gar nicht auf die nötigen Kalorien. «Ich muss immer lachen, wenn ich all jene Lügen strafe, die sagen, bei so viel Pastakonsum werde man dick. Im Gegenteil, ich bin so schlank wie vor fast 20 Jahren.»
Ein weiteres Anliegen, das dem 34-Jährigen beim Stöbern auf eBalance auffiel, war die Genauigkeit, mit der viele User das Programm umsetzen möchten. Er selbst hat sich diesbezüglich nie versklavt. «Ich habe nicht immer eine Waage dabei,» scherzt er. Aber mit dem richtigen Augenmass und dem Wissen darüber, welche Zusammensetzung von Nahrung für ihn ideal sei, liege es auch einmal drin, in die Ferien zu gehen ohne Tagebuch zu führen.
Seine alten Kleider in Übergrösse hat Siegenthaler restlos entsorgt, auch wenn er damit ein kleines Vermögen in den Müll schicken musste. In die alten Zelte wolle er nie mehr reinpassen, sagt er augenzwinkernd.
Karolina Dankow, August 2008
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