Alles Wurst? Wurst beim Abnehmen

Wurstwaren sind als Fastfood weit verbreitet erhältlich. Die schnelle Bratwurst über Mittag oder ein kleiner Imbiss am Hotdog-Stand. Auch zuhause lassen sich Aufschnitt und Wurstwaren rasch zu einer Mahlzeit verarbeiten.

Möchte man auf eine gesunde Lebensweise achten, spielen Wurstwaren aber nicht vorne mit. Sie enthalten neben Fett auch Pökelsalze wie Nitrit. Diese machen die Produkte unter anderem länger haltbar. Studien zeigen aber auch negative Auswirkungen beziehungsweise Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder verschiedene Krebsarten. Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE) empfiehlt, maximal einmal pro Tag Fleisch zu essen (2-3 Mal pro Woche würden reichen) und auch vegetarische Tage einzuplanen. Verarbeitete Produkte wie Aufschnitt, Wurst, Trockenfleisch und andere gepökelte oder geräucherte Nahrungsmittel sollten nur 1 Mal pro Woche auf dem Speiseplan stehen.

 

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Gewichtsreduktion und Wurstwaren

 Bei einer Gewichtsreduktion geht es darum, durch Essen und Trinken weniger Kalorien aufzunehmen, als man durch Bewegung verbraucht. Eine gute Möglichkeit ist zum Beispiel, den Fettanteil der Ernährung zu reduzieren. Aufschnitt und Wurstwaren haben aber einen hohen Fettanteil. Bedeutet das jetzt, dass man keine Würste mehr essen darf, wenn man abnehmen möchte? Doch, denn in einer gesunden Ernährung, auf deren Empfehlungen das Programm eBalance aufgebaut ist, gibt es keine Verbote oder verbotenen Nahrungsmittel. Es ist alles eine Frage der Menge. Werden ein paar Punkte beachtet, können auch Wurstwaren weiterhin in einen gesunden und abwechslungsreichen Menüplan eingebaut werden.

Qualität statt Quantität

 Je mehr man verzichtet oder sich einschränkt, desto schwieriger ist es, auch längerfristig dranzubleiben. Das Risiko ist gross, dass man in alte Muster zurückfällt und das Ziel einer Gewichtsreduktion aufgibt. Deshalb ist es wichtig, dass man auch Lieblingsnahrungsmittel oder Lieblingsspeisen regelmässig einplant. Es lohnt sich aber, diese bewusst auszuwählen und das Geschmackserlebnis so zu erhöhen. Bei Schokolade ist es zum Beispiel sinnvoll, 3 bis 4 feine Pralinés zu kaufen, anstatt die 400 Gramm Budget-Schoggi. Das Gleiche gilt auch bei Aufschnitt und Wurstwaren. So verlockend, budgetschonend und praktisch die Aktionspackung Wienerli scheint, so ungünstig ist sie für eine fettreduzierte, gesunde Ernährung. Kleinere Mengen sind oft auch erhältlich, können im Offenverkauf oder in einer Metzgerei eingekauft werden. Was im ersten Moment teurer erscheint, geht in einer Mischrechnung wieder auf.  

Nose to Tail

In unserer privilegierten Gesellschaft soll Essen nicht mehr nur satt machen. Es soll schmecken und einen gesundheitlichen Mehrwert bringen, aber auch ökologisch und ethisch vertretbar sein. Aus Sicht des letzten Punktes machen Wurstwaren durchaus Sinn. So entsprechen sie doch dem Gedanken von „nose to tail“ sehr gut, bei dem nicht nur die Filetstücke verwendet werden, sondern das ganze Tier.

Geschickt gewählt ist halb gewonnen

Es gibt Unterschiede, die sich lohnen. Bei Sandwiches zum Beispiel gibt man Trutenschinken (108 kcal/100g) oder Bündnerfleisch (190 kcal/100g) den Vortritt. Fleischkäse (256 kcal/100g) und Salami (424 kcal/100g) liefern einiges mehr an Kalorien. Die Kombination macht’s aus. Auch auf Klassiker wie Bratwurst mit Rösti oder Kartoffelsalat mit Wienerli oder Wurst-Käse-Salat muss nicht verzichtet werden. Ein optimaler Teller sieht etwa so aus: Die Hälfte des Tellers Gemüse und/oder Salat, etwa ein Viertel Eiweiss in Form von Fleisch, Fisch, Ei oder Milchprodukten sowie ein Viertel Kohlenhydrate wie Brot, Teigwaren, Reis oder Kartoffeln. Werden auch Wurst und Aufschnitt in diesem Rahmen eingeplant, verbessert sich bereits die Bilanz. Eine kleinere Bratwurst oder zwei, drei Chipolata haben Vorrang vor der XL-Olma-Bratwurst.

Sarah Stidwill, BSc ZHAW Ernährungsberaterin SVDE