Leinsamen - gesund oder gefährlich?

Leinsamen – gesund oder gefährlich?

Der Lein gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. Lange Zeit wurde die Pflanze jedoch vorwiegend als Textilrohstoff genutzt und nur in einigen Regionen als Heilmittel und zur Herstellung von Leinöl verwendet. Man kennt bis heute nicht den Ursprung der Pflanze die Sie sowohl aus regionalem Anbau, aber auch aus China oder Teilen Afrikas im Supermarkt erhalten. 

Leinsamen in der Küche

Leinsamen haben keinen sehr starken Eigengeschmack, sondern bringen nur ein leicht nussiges Aroma mit. Sie können im Ganzen, geschrotet oder in Form von Leinöl in der Küche eingesetzt werden. In geschroteter Form liegen die Öle frei und können schnell ranzig werden, daher sollten Sie Leinsamenschrot immer zügig verzehren und maximal 5 Tage im Kühlschrank lagern. Leinsamen können Sie im Müesli, Müesliriegeln, Porridge, in Shakes und Smoothies,  im Brot oder Keksen verwenden. Wenn Sie gemahlene Leinsamen mit etwas Wasser verrühren bieten dies besonders für Veganer ein Ei Ersatz der dann zum Backen von Kuchen oder Waffeln dienen kann. 

Leinsamen als Herz-Beschützer

Leinsamen werden besonders häufig wegen ihrer Wirkung auf die Gesundheit verzehrt. Beim Abnehmen sind Leinsamen beliebt, weil die enthaltenen Nahrungsfasern für eine lange Sättigung sorgen und somit nach einer Mahlzeit nicht so schnell erneut Hunger aufkommt. Leinsamen sind aber auch besonders wegen ihrer Wirkung auf den Darm in aller Munde. Die in Leinsamen vorkommenden Nahrungsfasern binden im Darm Wasser an sich und vergrössern dadurch das Volumen des Stuhls. Der Stuhl drückt daher schneller und stärker gegen die Darmwand, wodurch die Ausscheidung des Stuhlgangs beschleunigt wird. Das ist besonders für Menschen von Vorteil die häufig unter Verstopfung leiden. Leinsamen sind zudem reich an Omega-3-Fettsäuren, welche für den Körper essentiell sind und nur durch die Nahrung aufgenommen werden können. Werden vermehrt mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie die Omega-3-Fettsäuren aufgenommen und dabei weniger gesättigte Fettsäuren verzehrt, kann das Risiko für koronare Herzerkrankungen gesenkt werden. Natürlich liefert das enthaltene Öl aber auch viele Kalorien, welche Leinsamen durchaus zu einem energiereichen Lebensmittel machen. 100 Gramm Leinsamen weisen 488 Kilokalorien auf.

 

Mitglied werden

 

Warum es eine empfohlene Höchstmenge gibt?  

Tatsache ist aber auch, dass Leinsamen nicht unerhebliche Mengen an cyanogene Glykoside enthalten. Durch das in den Pflanzen ebenfalls enthaltene Enzym ß-Glukosidase wird beim Verzehr Cyanid freigesetzt. Cyanide sind Salze der Blausäure, welche ab einer bestimmten Dosis die Zellatmung blockieren können und so praktisch ein “inneres Ersticken” hervorrufen können. Zudem enthalten Leinsamen wie auch andere Ölsaaten erhebliche Mengen Cadmium. Gehalte über 1 mg/kg sind keine Seltenheit. Aus diesen Gründen wird eine maximale tägliche Zufuhr von Leinsamen empfohlen. So stuft das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) den Verzehr von maximal 20 Gramm Leinsamen täglich für unbedenklich ein. 

Fazit

Leinsamen haben durchaus gesunde Eigenschaften auf die Gesundheit des Darms und Herzens und sollten dennoch besonders wegen dem hohen Blausäureanteil nur mit Mass genossen werden. 

Nina Kabour, dipl. Ökotrophologin