Die folgenden Diäten werden aus schulmedizinischer Sicht beurteilt. Der Begriff «Schulmedizin» umfasst dabei wissenschaftlich anerkannte Methoden der Heilkunde, die an medizinischen Hochschulen und Universitäten entstanden sind und gelehrt werden.

Ananasdiät

Das Märchen über die Enzyme von Früchten und Gemüse, die das Fett zum Schmelzen bringen, ist alt und beliebt. Nur sind Enzyme leider Proteine (Eiweisse), die bereits auf dem Weg vom Mund in den Darm verdaut werden. Wie man also mit der Ananasdiät an die Pölsterchen kommen soll, bleibt ein Rätsel.

 

Atkins-Diät

Die Atkins-Diät ist die Mutter der Low-Carb-Diäten. Die Aufnahme von Kohlenhydraten wird stark reduziert, dafür werden Protein (Eiweiss) und Fett in grosser Menge zugeführt. Daraus resultiert eine unausgewogene Nahrungsmittelauswahl (zu viel Fett sowie Fleisch, Fisch, Eier etc., zu wenig Stärkebeilagen, Früchte und Gemüse), weshalb die Atkins-Diät keine dauerhaft umsetzbare Ernährungsform ist. Ausserdem ist die Gefahr von Nährstoffmängeln enorm, andere Gesundheitsrisiken durch eine langfristig hohe Eiweisszufuhr werden kontrovers diskutiert.

 

Blutgruppendiät

Diese Diät teilt die Abnehmwilligen nach ihrer Blutgruppe (0, A, B, AB) in Typen ein. Jeder Typ soll bestimmte Lebensmittel in Bezug auf die Gesundheit und insbesondere auf das Gewicht besser oder schlechter vertragen. Dementsprechend gibt es Nahrungsmittelverbote und -empfehlungen. Die Blutgruppendiät basiert bis heute nur auf Annahmen, wissenschaftlich ist sie nicht belegt.

 

Body Reset

Bei Body Reset geht es grundsätzlich darum, anhand eines vordefinierten Wochenplans (inkl. Spezialprodukte) das Säure-Basen-System und den Stoffwechsel mit richtiger Ernährung und Bewegung sowie mit einem ausgeglichenen Lebensstil wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Anschliessend werden angeblich Schlacken abgebaut. Schulmedizinisch gesehen existieren im Körper jedoch keine Schlacken, womit es auch keine Notwendigkeit für diese Massnahmen gibt. Zudem regelt ein gesunder Organismus übliche Säure-Basen-Schwankungen selber. Bei kurzfristiger Übersäuerung kann es allenfalls Sinn machen, sich für eine gewisse Zeit basisch zu ernähren. Bei chronischer Übersäuerung sollte jedoch einen Arzt/eine Ärztin hinzugezogen werden.

 

Brigitte-Diät

Die Basis bildet eine kalorienreduzierte und ausgewogene Mischkost – ideal für eine dauerhafte Ernährungsumstellung zur Gewichtsreduktion. Allerdings empfiehlt die Brigitte-Diät durchschnittlich eine tägliche Energiezufuhr von nur rund 1200 Kalorien. Das ist für die meisten Menschen eine zu starke Reduktion und bewirkt eine zu rasche Gewichtsabnahme. Damit erhöht sich das Risiko auf den lästigen Jo-Jo-Effekt. Ausserdem wird bei dieser geringen Nahrungsmenge der tägliche Bedarf an Vitamin- und Mineralstoffen nicht mehr vollständig abgedeckt.

 

Detlef-D. Soost-Diät

Zehn Wochen lang werden die Teilnehmenden mittels Newslettern und Web-App gecoacht. Detlef D. Soost erklärt in seinen Videos vor allem Fitnessübungen, aber auch Ernährungsinformationen mit Rezepten und Motivationstipps kommen nicht zu kurz. Theoretisch kein schlechter Ansatz. Allerdings ist das Versprechen, in zehn Wochen nehme man 20 Kilos ab, zu hoch gegriffen. Gesund und dauerhaft ist eine Gewichtsreduktion von einem bis zwei Kilos pro Woche. Auch die strengen Einschränkungen bei der Lebensmittelauswahl sind langfristig nicht praktikabel und entsprechen nicht der ausgewogenen Ernährung.

 

Detox-Diät

Die sieben bis 21-tägige Fastenkur beginnt mit zwei Saft-/Suppentagen und schreibt dann sämtliche Mahlzeiten genau vor. Diese bestehen hauptsächlich aus Früchten und Gemüse. Ziel ist es, den Körper und die Seele zu reinigen. Die Detox-Methode gehört zu den klassischen Crash-Diäten: Das Gewicht geht zwar im Nu runter, darauf folgt dafür fast garantiert der Jo-Jo-Effekt.

 

Dinner Cancelling

Dinner Cancelling bedeutet Mahlzeitenverzicht  am Abend. Dadurch werden Kalorien eingespart – aufs Ganze gesehen aber nur, wenn den Tag hindurch nicht einfach entsprechend mehr gegessen wird. Ausserdem setzt diese Diät darauf, dass sich durch den Verzicht auf den Znacht die Nüchternphase verlängert, in der Fett effizient abgebaut werden kann. Tatsächlich macht es Sinn, dem Körper nicht ständig Nahrung zuzuführen, sondern Pausen einzulegen, damit er seine Reserven abbauen kann. Dazu reicht es jedoch völlig aus, auf Zwischenmahlzeiten und das Snacken zu verzichten.

 

Dukan-Diät

Das Abnehmen soll bei der Dukan-Diät in vier Phasen erfolgen: Angriff, Aufbau, Stabilisierung und Erhaltung. Eine extrem kohlenhydratarme Ernährung mit proteinreichen Lebensmitteln und zuckerarmen Gemüsesorten sowie Haferkleie stehen dabei im Zentrum. Die strengen Einschränkungen machen es Abnehmwilligen nicht einfach.

 

Eiweissdiät

Eiweisse sollen – anders als Kohlenhydrate – den Stoffwechsel nicht negativ verändern, sondern einen langsam funktionierenden Stoffwechsel gar verbessern. Getreide, Kartoffeln, Reis, Teigwaren etc. werden deshalb bei dieser Methode weitgehend aus der Ernährung verbannt. Stattdessen stehen fast ausschliesslich Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Eier auf dem Speisezettel. Wie bei allen kohlenhydratreduzierten Diäten ist auch hier die Langzeiternährung sehr einseitig und nicht bedarfsdeckend. Somit ist die Eiweissdiät nur für eine kurze Phase umsetzbar und dadurch nicht dauerhaft wirksam.

 

FdH

Die einfachste Formel für eine effiziente Gewichtsreduktion lautet: FdH (Friss die Hälfte). Grundsätzlich funktioniert diese Methode. Sie hat jedoch einen nicht ganz unwesentlichen Nachteil: Personen, die sich normalerweise unausgewogen, fett- und zuckerreich ernähren und zum Abnehmen die Essmenge einfach  halbieren, müssen mit starken Hungerfühlen kämpfen. Deshalb werden sie FdH kaum länger als eine Woche durchhalten können.

 

Formula-Diäten

Spezielle Shakes, Drinks, Riegel und Pülverchen ersetzen feste Mahlzeiten und führen zur raschen Gewichtsabnahme. Das wirkt motivierend. Langfristig ist der Erfolg allerdings kaum, denn mit Formula-Diäten lernt man nichts über ausgewogene Ernährung. Nach der Kur kehrt man zu den alten Essgewohnheiten zurück, die für die überflüssigen Kilos verantwortlich waren.

 

Gentests

Essen, was die Gene einem erlauben: Das klingt nach garantiertem Erfolg. Was dabei abnimmt, ist allerdings nur der Geldbeutel. Denn die Tests sind teuer, und dass man tatsächlich aufgrund des Genprofils verschiedene Verwerter-Typen herauskristallisieren und ihnen mit entsprechend individuellen Ernährungstipps die Gewichtreduktion leichter machen kann, ist wissenschaftlich nicht gestützt. Kein Wunder lauten die Empfehlungen nach dem Test jeweils ähnlich wie bei den meisten Methoden: Kalorienzufuhr verringern (in der Regel durch Abstriche bei den Kohlenhydraten) und für reichlich Bewegung sorgen.

 

Glyx-Diät

Die Methode basiert auf dem glykämischen Index (Glyx), einem Mass zur Bewertung des Blutzuckeranstiegs nach dem Verzehr eines Lebensmittels. Je tiefer der Glyx ist, desto zuträglicher soll ein Nahrungsmittel der angestrebten schlanken Linie sein. Leider berücksichtigen die Bewertungen nur die einzelnen Lebensmittel, keine vollständigen Mahlzeiten. Der Konsum eines einzelnen Lebensmittels ist jedoch im Alltag nur selten der Fall, deshalb ist die strikte Umsetzung der Glyx-Diät schwierig realisierbar.

 

HCG-Diät

Abnehmwillige beschränken sich auf 500 Kalorien pro Tag und lassen sich zusätzlich ein Schwangerschaftshormon spritzen oder nehmen es ein. Damit soll es besonders wirksam an die weiblichen Problemzonen gehen. Bei der HCG-Diät handelt es sich um eine weitere Crashdiät, die auf Kosten der Gesundheit nur kurzfristigen Erfolg bringt. Der hormonelle Aspekt ist wissenschaftlich nicht belegt und kann ausserdem Nebenwirkungen bringen (z.B. Menstruationsstörungen).

 

Kohlsuppendiät

Ein weiteres Beispiel einer typischen Crashdiät, bei der unter radikal niederkalorischer Kost in kurzer Zeit hauptsächlich Wasser und Muskeln abgebaut werden. Man darf während etwa einer Woche in unbegrenzter Menge nur Kohlsuppe zu sich nehmen. Zur Langzeiternährung ist die Kur absolut ungeeignet, da die lebensnotwendigen Nährstoffe in keiner Weise abgedeckt sind.

 

LOGI-Methode

Ähnlich wie bei der Glyx-Diät geht es auch hier darum, mit Hilfe von Lebensmitteln mit einem niedrigen glykämischen Index Gewicht zu verlieren. Kohlenhydrate werden somit stark eingeschränkt, dafür nimmt man eiweisshaltige Lebensmittel und Gemüse zu sich. Für den Gewichtserhalt muss die LOGI-Methode  (Low Glycemic Index = niedriger glykämischer Index) langfristig weitergeführt werden, ansonsten kehrt mit der gewohnten Ernährung auch das alte Gewicht zurück.

 

Low-Fat-Diät

Fett ist der energiereichste Nährstoff. Deshalb ist es naheliegend, dass eine fettarme Ernährung hilfreich ist, Kalorien zu sparen. Aufgrund der recht einfachen Umsetzung ist die Low-Fat-Diät alltagstauglich und auch für eine dauerhafte Umstellung geeignet. Neben der fettarmen Lebensmittelauswahl muss jedoch darauf geachtet werden, dass für die Zubereitung pro Tag ein Esslöffel hochwertiges Öl (Rapsöl, Olivenöl) verwendet wird, damit eine genügende Aufnahme essentieller Fettsäuren gewährleistet ist.

 

Max-Planck-Diät

Die Versprechungen dieser Diät sind verlockend: In zwei Wochen neun Kilo abnehmen und dieses Gewicht drei Jahre lang halten, auch wenn man zur gewohnten Ernährung zurückkehrt. Ein strikter niederkalorischer sowie proteinreicher Ernährungsplan mit reduzierter Kohlenhydratmenge soll den Stoffwechsel neu programmieren und den langfristigen Erfolg garantieren. Wer die Methode befolgt, merkt jedoch schnell, dass eine langfristige Gewichtsabnahme leider nicht ganz so einfach zu erreichen ist. Denn keine Diät kann den Jo-Jo-Effekt verhindern, wenn nach erfolgter Gewichtsreduktion wieder wie gewohnt gegessen wird.

 

Metabolic Balance

Metabolic Balance analysiert jede Teilnehmende und jeden Teilnehmenden mittels eines Bluttests sowie persönlicher Daten und stellt auf dieser Grundlage nach geheim gehaltenen  Logarithmen eine Nahrungsmittelliste und dazugehörige Ernährungspläne zusammen. An sie haben sich die Abnehmwilligen zu halten. Die entsprechenden Empfehlungen (z.B. strikt keine Zwischenmahlzeiten), entsprechen oft nicht den persönlichen Bedürfnissen und basieren nicht auf wissenschaftlichen Grundlagen (z.B. bei den Mahlzeiten zuerst die eiweisshaltigen Lebensmitteln und erst dann die kohlenhydrathaltigen Speisen essen).

 

Montignac-Diät

Die Montignac-Diät soll die Ausschüttung des Hormons Insulin reduzieren, das beim Speichern von Fett im Körper beteiligt ist. Dies wird über eine Einschränkung des Kohlenhydratkonsums gemäss dem glykämischen Index erreicht. Einen Einfluss auf die Insulinausschüttung soll auch die zeitlich «richtige» Kombination von stärkehaltigen Lebensmitteln (z.B. Obst, Haferflocken oder Hülsenfrüchte) mit Fett und Nahrungsfasern haben. Der Begründer der Diät, Michel Montignac, behauptet, Fett mache nicht dick. Bei ungebremstem Fettkonsum geht für die Kalorienbilanz der Schuss jedoch klar nach hinten los.

 

Negative-Kalorien-Diät

Ananas, Papaya, Grapefruit oder Sellerie werden wundersame Eigenschaften zugesprochen: Sie sollen negative Kalorien aufweisen (d.h. sie liefern weniger Kalorien, als dass sie im Körper verbrennen). Ohne Umschweif: Nahrungsmittel, die negative Kalorien aufweisen, gibt es nicht. Wer sich keine Illusionen machen will, muss sich klar werden, dass es für eine Gewichtsreduktion eigene Anstrengungen braucht.

 

New-York-Diät von David Kirsch

Eine Gewichtsabnahme von sieben Kilos wird von David Kirsch versprochen. In einer ersten Abnehm-Phase (zwei Wochen) wird auf praktisch alles verzichtet: Es gibt keine Früchte, Milchprodukte, fetthaltigen Lebensmittel, Kohlenhydrate – und natürlich auch keinen Alkohol. Während der zweiten Phase (zwei Wochen) sind zu jeder Mahlzeit auch Kohlenhydrate erlaubt. Mit Phase drei beginnt die lebenslange Ernährung, jetzt werden die verbotenen Lebensmittel wieder mit Mass einbezogen. Dazu empfiehlt David Kirsch von Anfang an täglich ein 45- bis 90-minütiges Fitnesstraining. Es versteht sich von selbst, dass nur wenige diese kohlenhydratarme Extremdiät mit strengem Fitnessprogramm durchhalten können und mit grosser Wahrscheinlichkeit wieder beim alten Lebensstil und Gewicht landen werden.

 

Precon

Die Empfehlungen der Precon Diät richten sich auf eine langfristige Ernährungsumstellung im Sinne der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung aus. Die Basis dabei besteht aus dem 2+1 Prinzip. Das heisst, dass zwei der drei täglichen Mahlzeiten durch ein BCM Basic Produkt (Shakes, Suppen oder Riegel) ersetzt werden und die dritte Mahlzeit ganz nach «Appetit und Laune» zubereitet wird. In der Schlussphase stellt man wieder völlig auf normale Nahrungsmittel um. Gegen die Methode gibt es grundsätzlich nichts einzuwenden. Einziger Nachteil: Es werden drei Mahlzeiten mit langen Essenspausen empfohlen. Das birgt für manche Personen die Gefahr, mitunter von Gluscht und Heisshunger übermannt zu werden.
Der Vertrieb der Produkte erfolgte früher ausschliesslich über Ärzte mit einer Precon-Lizenz und ärztliche Gruppen- und Einzelberatungen waren die Voraussetzung für die Diät. Heute steht den Kunden ein direkter Vertrieb der Produkte über einen Online-Shop zur Verfügung.

 

Schlank im Schlaf

Was sich erholsam anhört, entpuppt sich als harte Arbeit nach strengen Regeln: Denn diese Methode sieht eine das Insulin beeinflussende Trennkost mit stundenlangen Essenspausen zwischen den Mahlzeiten vor. Mühelos schlank werden im Schlaf bleibt also weiterhin ein Traum.

 

Steinzeit-Diät

Die Steinzeit-Diät basiert auf Lebensmitteln, die in der Steinzeit verfügbar waren: Fleisch, Fisch, Eier, Obst, Gemüse, Kräuter, Pilze, Nüsse etc. Milch/-produkte sowie Getreide-/produkte sind verboten. Es versteht sich von selbst, dass Zucker, Alkohol oder verarbeitete Lebensmittel ebenso ausgeschlossen sind. Sich so zu ernähren, ist heute wohl um einiges schwieriger umsetzbar als in der Steinzeit.

 

Trennkost

Eiweiss- und kohlenhydrathaltige Lebensmittel werden nach teilweise nicht nachvollziehbaren Regeln betreffend Nährstoffzusammensetzung getrennt respektive dürfen nicht in Kombination miteinander gegessen werden. Dies führt bei den Mahlzeiten automatisch zu einer erhöhten Gemüse- und Salatzufuhr und somit zu einer Kalorienreduktion. Das Trennprinzip an sich ist also nicht wirksam. Zudem entbehrt der Hay'schen Trennkost eine schulmedizinisch anerkannte Grundlage.

 

Weight Watchers

Das Weight-Watchers-Punktesystem erleichtert den Mitgliedern das Kalorienzählen, ebenso die von Weight Watchers gelabelten Produkte im Detailhandel. Als Basis der Empfehlungen dienen die Richtlinien der gesunden Ernährung. Gruppentreffen interessierter Mitglieder runden das Angebot ab. Diese Methode führt auf den richtigen und dauerhaften Weg.

 

5:2-Diät

Fünf Tage Schlemmen, zwei Tage Fasten: Das ist fast zu schön, um wahr zu sein. Funktionieren tut die 5:2-Diät  auch nur, wenn man an den «Schlemm-Tagen» nicht wirklich über die Stränge schlägt, sondern im Rahmen von 2000 Kalorien seine gewohnte Ernährung weiterführt. Schlussendlich geht also auch hier die Rechnung nur auf, wenn man dem Körper übers Ganze gesehen weniger Kalorien zuführt, als er braucht.


Andrea Schrepfer, dipl. Ernährungsberaterin FH, 02.2014

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